FB02 Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften · Angeboten in SoSe 2026, WiSe 2025/26
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Eine Besonderheit des frühmodernen politischen Denkens liegt darin, dass die vielleicht wichtigsten theoretischen Innovationen zunächst aus dem royalistischen Lager kommen: Jean Bodin und Thomas Hobbes stellen die Reflexion über Herrschaft auf neue Grundlagen, indem sie die Idee einer unbeschränkten und unteilbaren Souveränität etablieren und ausarbeiten. Wie die Gegenbewegungen des Widerstandsrechts und des Konstitutionalismus zeigen, ist der Durchbruch des absolutistischen Paradigmas jedoch keineswegs vorgezeichnet. Darüber hinaus differenziert es sich im Inneren aus, von der These des Gottesgnadentums des Monarchen bis zum „aufgeklärten“ Absolutismus. Auch das Verhältnis zur modernen Demokratie ist umstritten: Ist die Volkssouveränität nach Rousseau die Negation der absoluten Herrschaft – oder ihre Vollendung? Damit sind einige Stationen des ideengeschichtlichen Parcours angegeben, den wir im Seminar durchlaufen werden. Neben den machttheoretischen Grundlagen und inneren Spannungen der Konzeptionen soll auch auch ihr Verhältnis zur historischen Herrschaftsformation der absoluten Monarchie und den Klassenkonflikten zur Sprache kommen, die in ihrem Rahmen ausgetragen wurden. Zudem werden wir mit Carl Schmitt, Hannah Arendt und Michel Foucault auch Positionen aus dem 20. Jahrhundert diskutieren.