FB02 Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften · 5 CP · Angeboten in WiSe 2026/27, WiSe 2025/26
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Ein Gespenst geht in Europa und der angelsächsischen Welt um: Das Gespenst des Postliberalismus. Es geistert durch die Feuilletons und Gazetten und löst - spätestens seit Donald Trumps zweiter Amtsübernahme- erhebliche Gruselreaktionen aus. Es verunsichert und verschreckt alle, die es mit der liberalen Demokratie halten und das bedrohte 'Projekt der Moderne' (Habermas) retten und verteidigen wollen. Dabei ist ziemlich unklar, was Postliberalismus eigentlich genau ist. Verbergen sich unter diesem Stichwort gehaltvolle und empirisch wie sozialethisch relevante Themen und Motive? Oder handelt es sich eher um einem inhaltlich leeren Programm- und Kampfbegriff, der wenig aussagekräftig ist? Es gibt starke 'postliberale' politische Strömungen vor allem in den USA, aber auch im Vereinigten Königreich; und diese sind politisch und moralisch durchaus konträr. Sie changieren zwischen einer 'reaktionären' katholisierenden Fundamentalkritik an Liberalismus und politischer Moderne einerseits und einer scharfen Liberalismus- und Marktwirtschaftskritik 'von links' andererseits. Und was immer man von diesen Strömungen halten mag: es könnte durchaus sein, dass sie zentrale 'wunde Punkte' unserer modernen liberalen Gesellschaften treffen, über die man sich kritisch verständigen muss. Ziel des Seminars ist es, sich einen ersten Überblick über diese neuen Theorieansätze zu verschaffen und der Frage nachzugehen, ob und inwiefern heute neben einer Kritik des Postliberalismus auch eine Kritik der liberalen Demokratie an der Zeit ist. Ein Seminarplan mit einschlägiger Literatur wird zu Beginn des Semianars bekanntgegeben. Hingewiesen sei aber schon jetzt auf: Veith Selk/Julian N.Hofmann (Hg.), Postliberalismus? Eine transatlantische Debatte, Berlin 2026.
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