FB02 Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften · 5 CP · Angeboten in WiSe 2026/27, SoSe 2026, WiSe 2025/26
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Die kurze Abhandlung des Thomas von Aquin (1225-1274), die unter dem Titel Über das Seiende und das Wesen (De ente et essentia) überliefert und von 1252 bis 1256 entstanden ist, gilt als eine erste konzise Darstellung der Grundlagen seiner Metaphysik. Dieses Werk ist aber nicht nur eine ausgezeichnete Einführung in das thomistische Denken, sondern auch von allgemeinerem Interesse. Thomas erklärt dort nämlich Grundbegriffe der aristotelischen Metaphysik wie Stoff und Form, Substanz und Akzidenz, Gattung, Art und spezifische Differenz. Dabei diskutiert er auch die Positionen anderer Philosophen, insbesondere der arabischen Denker Avicenna und Averroes. Insofern bietet diese kleine Schrift eine Einführung in Grundprobleme der Ontologie aus einer aristotelischen Perspektive. Für eine moderne Leserschaft ist der Text allerdings keine einfache Lektüre: viele Kenntnisse, die zum Verständnis des Textes erforderlich sind, können nicht mehr vorausgesetzt werden; die mittelalterliche Sprache und Terminologie sind nicht mehr vertraut. Wir werden im Seminar daher den Text sehr genau und in kleinen Schritten erarbeiten müssen. Bezugstexte aus dem Werk des Aristoteles werden nach Bedarf herangezogen. Wir wollen allerdings nicht nur den Text verstehen, sondern auch ein systematisches Verständnis für die von Thomas bearbeiteten ontologischen Probleme gewinnen.
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