FB02 Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften · Angeboten in SoSe 2026, WiSe 2025/26
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Der öffentliche Diskurs ist geprägt von der Vorstellung, gesellschaftliche Umbrüche würden maßgeblich von „der Digitalisierung“ vorangetrieben. Auch in der Soziologie wird dieser Wandel häufig als tiefgreifende Disruption verhandelt, die ökonomische Macht neu sortiere und neue Ungleichheiten hervorbringe. Zugleich werden – insbesondere aus feministischer Perspektive – Hoffnungen formuliert, Digitalisierung könne zu mehr Geschlechtergleichstellung beitragen. Unklar bleibt dabei jedoch oft, inwiefern „die Digitalisierung“ selbst als treibende Kraft verstanden werden kann – oder ob sie vielmehr Ausdruck bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse ist. Das Seminar nimmt daher eine machttheoretische Perspektive ein und untersucht Digitalisierungsprozesse von (Lohn-)Arbeit im Kapitalismus aus theoretischer und empirischer Sicht. Grundlage bilden ausgewählte Texte der (marxistischen) Arbeitssoziologie sowie technikfeministischer Forschung. Ausgehend von der Frage, ob Digitalisierung tatsächlich gesellschaftliche Disruptionen hervorbringt, werden dominante Narrative hinterfragt und insbesondere die Kontinuitäten kapitalistischer Produktions- und Herrschaftsverhältnisse analysiert. Im Zentrum stehen Fragen danach, welchen Zwecken Digitalisierung dient und welche Formen von Rationalisierung, Kontrolle und Umstrukturierung von Arbeit mit ihr verbunden sind. Besonderes Augenmerk gilt dabei der geschlechtlichen Strukturiertheit dieser Prozesse. Das Seminar arbeitet mit gemeinsamer Textlektüre im Plenum. Es werden bewusst wenige Texte ausgewählt, die teilweise über mehrere Sitzungen hinweg intensiv erschlossen werden. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Texte sind überwiegend in deutscher, teilweise in englischer Sprache.
Kein Prüfungstermin veröffentlicht.
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