FB02 Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften · 3 CP (aus SWS geschätzt) · Angeboten in WiSe 2026/27, WiSe 2025/26
Für diesen Kurs wurden noch keine Noten gemeldet.
Notenverteilungen kommen herein, sobald jemand, der den Kurs belegt hat, den Notenspiegel mit installierter TUPlan-Erweiterung öffnet.
Noch keine Bewertungen — mach den Anfang.
Deine Bewertung hängt an einer zufälligen ID in diesem Browser. Kein Konto, nichts, was dich identifiziert.
Städte sind seit jeher zentrale Orte der Ausübung von Gewalt. Die Geschichte der Moderne wurde in den vergangenen Jahrzehnten allerdings überwiegend als eine Geschichte der Einhegung von und des Verzichts auf Gewalt erzählt. Aufgrund aktueller Entwicklungen sind Städte in den letzten Jahren jedoch verstärkt (wieder) in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten, und zwar insbesondere als Orte politisch motivierter Gewalt und neuer Gewaltpraktiken. Hierfür sind vor allem drei Prozesse verantwortlich: Erstens haben gewalttätige Proteste auf städtischen Straßen und Versuche ihrer Einhegung, wie zuletzt im Rahmen des G7-Gipfeltreffens in Genf oder der #BlackLivesMatter-Bewegung, für große mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Zweitens ist die Stadt als gebauter Raum mehr und mehr in den Fokus der Betrachtung getreten. Durch die Belagerung von Sarajewo im Bosnienkrieg wissen wir, dass Architekturen wie Hochhäuser Scharfschützen in Kriegsgebieten optimale Bedingungen für das Orten beweglicher Ziele bieten, dass Häuserzeilen - wie im Gazastreifen - zu Wegstrecken umfunktioniert werden können, und dass der städtische Raum weltweit einer verstärkten Militarisierung unterliegt. Drittens haben verschiedene Gewaltereignisse in den letzten Jahren unser Bewusstsein dafür gestärkt, dass Städte als Orte verdichteter Interaktionen bevorzugte Ziele von Terroranschlägen sind. Neben den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 sind belebte städtische Straßen zum Ziel von Terroristen geworden, wie unter anderem die Anschläge mit Fahrzeugen in Berlin, Magdeburg, Nizza und Barcelona zeigen. Das Seminar wendet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse, die sich für das bislang in der Forschung nur selten behandelte Thema der politischen Gewalt und deren spezifische Ausdrucksformen in Städten interessieren. Ziel des Seminars ist es, Forschungsarbeiten zu den o.g. Entwicklungen gemeinsam zu lesen und zu diskutieren sowie Fallstudien zu betrachten. Die Fähigkeit zur Lektüre von und zur Arbeit mit englischsprachigen Texten wird vorausgesetzt.
Kein Prüfungstermin veröffentlicht.
Zum Stundenplan hinzufügenTermine, Räume und Angaben stammen aus TUCaN und können veraltet sein. Falsche Angabe melden