FB03 Humanwissenschaften · Angeboten in SoSe 2026
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Prof. Dr. Peter Euler Sommersemester 2026 Nicht-Nachhaltigkeit Verstehen als Allgemeinbildung Entstehung, Begründung, Konzepte und Widersprüche einer Bildung für nachhaltige Entwicklung Inhalt des Seminars Die Umweltkrise ist zur katastrophalen Normalität geworden und die Dringlichkeit endlich auf einen Pfad der globalen Nachhaltigkeit zu kommen ist drängender denn je. „Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen.“ Ernst Ulrich von Weizsäcker „Wir haben kein Umweltproblem, sondern ein Gesellschaftsproblem.“ Maja Göpel Aber entgegen der vielen Deklamationen, Beschlüsse, Konferenzen und Initiativen ist eine „Nachhaltige Entwicklung“ bislang nirgendwo zu konstatieren. Alle wichtigen Daten zeigen deutlich in die gegenteilige Richtung. Und dazu kommen mit viel Aufwand erzeugte Greeningstrategien und die Allgegenwart des dadurch immer nichtssagenderen Begriffs „nachhaltig“: So verzeichnet Google 4. September 2024 zu diesem Begriff 1,73 Milliarden Suchergebnisse. Beispielsweise schreibt der britische Öl- und Gaskonzern BP, dass sie ihre sozialen Investitionen auf die Unterstützung ihrer Nachhaltigkeitsziele konzentrieren werden (BP Group 2024). Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit: Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet Ingolfur Blühdorn u.a. Wer nicht wirklichkeitsblind ist, hat zur Kenntnis zu nehmen, dass gerade die nicht-nachhaltige Entwicklung „nachhaltig“ ist. Im Kontext der UN-Umweltpolitik wurden seit 2004 weltweit ausgerichtete Beschlüsse zu einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gefasst und auch in der BRD curricular integriert, um die Durchsetzung von Nachhaltigkeit pädagogisch zu befördern. Soll BNE gegenüber den Ursachen der Nicht-Nachhaltigkeit eine einer Bildung angemessenen Bedeutung haben, hat sie Einsichten in die Ursachen für Nicht-Nachhaltigkeit zu ermöglichen, was etwas anderes ist, als grüne Ilussionen zu verbreiten. BNE darf nicht eine Alibi-Funktion bekommen, i.d.S.: „Pädagogik soll richten, was politisch nicht gelingt.“ (Euler 2014, HLZ – Zeitschrift für Erziehung, Bildung und Forschung, Heft 12, S. 12-13) Hieraus ergibt sich „die Aufgabe im Fachunterricht, im schulischen Leben und in außerschulischen Vernetzungen die fachlichen und politischen Dimensionen der Gründe für eine nichtnachhaltige Entwicklung sachlich angemessen zu erarbeiten, um sie zu verstehen und um dadurch Perspektiven sowohl für das individuelle Handeln als auch für die Möglichkeiten kollektiven Handelns zu gewinnen.“ (Euler, 2014, S. 172) Das aber bedeutete sich pädagogisch am Prinzip des Verstehens der Welt zu orientieren. Verstehen i.S. der von Martin Wagenschein begründeten und vielfach weiterentwickelten pädagogischen Tradition erfordert ein genetisches Lehren. Verstehen bedeutet, von einer Sache ihre Entstehungsgeschichte nachzuvollziehen und die darin zu identifizierenden Gründe zu erkennen. Das bedeutet auch, dass „Nachhaltigkeit“ nicht als ein besonderer Unterrichtsgegenstand zu begreifen ist, sondern als einen Perspektive auf alle Bereiche der weltgesellschaftlichen Entwicklung, schulisch gesprochen daher auch auf alle Fächer, die Verbindung der Fächer und das Schulverständnis und entsprechend das zu kultivierende Schulleben. Struktur des Seminars I Beginn des Seminars: Erste Erläuterungen des Seminartitels und die Vorstellung meines Vorschlags zur Gestaltung des Seminars finden in der ersten Seminarsitzung statt. Das Seminar ist nach Studienordnung im „VeNN-Modul“ angesiedelt. LaG 2017:Vernetzungsbereich: Modulname: Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und nachhaltiger Entwicklung https://www.humanw.tu-darmstadt.de/media/humanwissenschaften/pruefungssekretariat/aushang/2021/MHB_Grundwissenschaften_2017_LaG_2019_07_05_v1.pdf LaG 2021: Grundwissenschaften im Vernetzungsbereich Modulname: Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und nachhaltiger Entwicklung https://www.humanw.tu-darmstadt.de/media/humanwissenschaften/pruefungssekretariat/aushang/2021/Modulhandbuch_LaGgesamt_20201014_v1.pdf Die Begründung und Beschreibung des Moduls Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und Nachhaltigkeit – VeNN - finden Sie auf der HP des Arbeitsbereiches unter https://www.abpaed.tu-darmstadt.de/media/abpaed___anu/Venn_-_Paedagogisches_Verstehen_von_Naturwissenschaft_und_Nachhaltigkeit.pdf In der ersten Sitzung können auch all die Fragen besprochen werden, die Sie zu Form und Inhalt des Seminars haben. II Vorlesungsteil des Seminars: Zu Beginn der gemeinsamen Texterschließungen im Seminar möchte ich mit einem Vorlesungsteil über die ersten 3 Sitzungen beginnen. Die Vorlesung erfolgt in drei Abschnitten: Erster Teil Entstehung, Begründung, Ziele und Widersprüche der Nachhaltigkeitspolitik Zweiter Teil Das Konzept einer sog. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und der didaktische Umgang mit deren Widersprüche Dritter Teil Verstehen als allgemeines Prinzip der Pädagogik und eben auch von BNE im Besonderen III Präsentationen und Interpretationen von wichtigen Aspekten des Verstehens der „Nachhaltigkeitsproblematrik“ Sie finden auf Moodle alle wichtigen Informationen zum Seminar: - Seminarankündigung - Zum Inhalt und Plan des Seminars Zeitleiste des Seminars - Präsentationen zum Vorlesungsteil des Seminars - Eine sehr umfangreiche Literaturliste, die zum einführenden Schmökern gedacht ist. - Nachträge und Begleittexte zum Seminar - Studentische Arbeiten die während des Seminars entstehen (Präsentationen und theoretische Begleittexte) - Mitteilungen aller Art Studienleistung / Modulprüfung Die permanente aktive Teilnahme am Seminar ist die notwendige Voraussetzungen zur erfolgreichen Teilnahme des Seminars (Studienleistung), weil ohne sie die geforderten Kompetenzen nicht zu erwerben sind. Die Ablegung einer Modulprüfung in diesem Seminar kann wie folgt geschehen: A) durch eine von mir bewertete Präsentation eines Themas (die Präsentation sollte einen Tag vor dem sie gehalten wird, auf Moodle allen zugänglich sein)-, und einem mündlichen Fachgespräch am Ende des Semesters. B) durch die verschriftlichte Erarbeitung eines Themas (ca. 10 Seiten), die dann Gegenstand des mündlichen Fachgesprächs (siehe oben) ist. Letzteres gilt nur, wenn die Zahl der Teilnehmer:innen zu hoch ist, um allen eine Präsentation zu ermöglichen.
Kein Prüfungstermin veröffentlicht.
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