FB13 Bau- und Umweltingenieurwissenschaften · Angeboten in WiSe 2025/26
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Stellen Sie sich vor, Sie lesen ein Buch mit vielen verschiedenen Kapiteln und dann fragt Sie z.B. eine gute Freundin, Ihr Opa oder jemand anderes eine konkrete Frage zu diesem Buch. Und diese Frage berührt die Thematik des Buches, aber Sie können die Frage auch nicht 1:1 mit dem, was Sie im Buch gelesen haben, beantworten. Sie müssen das Buch Revue passieren lassen, weiterdenken und eigene Antworten finden. Sie müssen vielleicht abwägen, vielleicht etwas spekulieren (d.h. Annahmen treffen) und vielleicht auch Unsicherheiten benennen. Mit der Übung stellen wir solche Fragen an die Studierenden. Sie werden aufgefordert, die Grundlagen der Vorlesung zu nutzen, eigene Recherchen vorzunehmen und selbstständig Antworten zu entwickeln, sich aber auch mit anderen Antworten auf die gleiche Frage kritisch auseinanderzusetzen. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf Akteuren und ihre Perspektiven in der Umweltplanung. Die Übung besteht aus einem Planspiel zu einem jährlich wechselnden Thema. Das Planspiel setzt sich aus zwei Arbeitsrunden und einem abschließenden Präsentation- & Diskussionstermin zusammen: **** Runde 1: Lobbygruppe **** Die Studierenden werden einer von 5-6 Fachrollen zugelost und erarbeiten gemeinsam mit anderen Studierenden der gleichen Fallrolle in ihrer sog. Lobbygruppe einen Gruppenstandpunkt zur übergeordneten Fragestellung. (Studienleistung: Elevator Pitch & wissenschaftliche Stellungnahme) **** Runde 2: Kommissionsgruppen **** Es werden Kommissionsgruppen gebildet, sodass jede Fachrolle vertreten ist. In einem ersten Schritt sollen alle Fachrollen ihren Standpunkt argumentativ fundiert in der Gruppe darlegen. Im zweiten Schritt muss die Gruppe gemeinsam ein Lösungskonzept unter Verwendung umweltpolitischer Instrumente erarbeiten, die Lobbyinteressen einfließen lassen und abwägen sowie eine Bewertung anhand von Bewertungskriterien der Umweltplanung vornehmen. (Studienleistung: Erstellung einer Kurzpräsentation + Plakat mit Lösungskonzept) **** Teil 3: Vorstellung und Diskussion **** In der letzten Sitzung findet eine Galerie mit Plakaten statt. Hierbei können Studierende die Ergebnisse der anderen Gruppen sichten und mit zwei Bewertungsklebepunkten den aus ihrer Sicht besonders gelungenen Konzepten Punkte vergeben. Daran anschließend werden Gruppen für die Präsentation ausgewählt und die Ergebnisse gemeinsam kritisch im Kurs diskutiert. Der Fokus des Planspiels liegt nicht auf der Verhandlungsstärke einzelner Mitglieder, sondern auf den gruppenspezifisch erarbeiteten Inhalten. Darunter fallen die Darstellung der Position, der kritische Umgang mit Quellen, das Einnehmen von anderen Perspektiven sowie die Erarbeitung innovativer Kompromisslösungen. Die Haltung in den Gruppen soll immer konstruktiv sein und wird von wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen begleitet. Die Elemente der Studienleistung (Elevator Pitch, wissenschaftliche Stellungnahme, Kurzpräsentation + Plakat) sind so konzipieren, dass sie den Studierenden in angemessener Zeit helfen, die verschiedenen Perspektiven zu entwickeln und zu verstehen: - Elevator Pitch: mündliche Kurzpräsentation (100 Sekunden) der wichtigsten Aspekte der Position der Lobbygruppe und Gelegenheit zum Feedback vor der Abgabe der wissenschaftlichen Stellungnahme - Wissenschaftliche Stellungnahme (Kurzbericht: 10 Seiten für einer 5er-Gruppe) zur (1) Vorstellung und argumentierten Begründung des Standpunkts der Lobbygruppe, (2) kritischen Auseinandersetzung der Argumente anhand verschiedener Quellen, (3) Diskussion mit kritischer Betrachtung der Interessen, der möglichen Konflikten mit anderen Stakeholdern, dem Aufzeigen von Handlungsoptionen (4) Fazit mit Zusammenfassung des Standpunkts der Lobbygruppe und kritischer Auseinandersetzung des eigenen Standpunkts Ziel ist eine wissenschaftliche Aufbereitung des Themas kombiniert mit einem eigenen kritischen Denken und mit der Reflexion über die methodische Bearbeitung der Inhalten. - Kurzpräsentation + Plakat: dienen dazu die Ergebnisse der Kompromisslösung und deren Bewertung prägnant darzustellen und sind die Basis für die Diskussion der von verschiedenen Gruppen erarbeiteten Lösungen Insgesamt fördert Übung die Betrachtung von vielseitigen Perspektiven, den Austausch zwischen Studierenden sowie das kritische Denken, und schafft somit eine didaktisch durchdachte Alternative zu klassischen Übungen, die nur aus Referaten bestehen.
Kein Prüfungstermin veröffentlicht.
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