FB15 Architektur · 6 CP (aus SWS geschätzt) · Angeboten in WiSe 2026/27, SoSe 2026, WiSe 2025/26
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Die Polykatoikia (griech. poly = viel und katoikia = Wohnung ) prägt wie kaum eine andere Typologie das moderne Athen. Aus der einfachen Ordnung von Stütze und Decke entsteht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine offene, anpassungsfähige Struktur, die das rasante Wachstum der Stadt aufnimmt und ihr bis heute Maßstab, Rhythmus und Gestalt verleiht. Dem Dom-ino-Prinzip strukturell verwandt,wird das elementare Betonskelett zum robusten Gerüst der Stadt, die sich Schicht um Schicht durch Ausbau, Aneignung und Veränderung vervollständigt. Während die Struktur der vollendeten Polykatoikies hinter Fassaden, Ausbauten und den Spuren individueller Aneignung weitgehend verschwindet, legen die unvollendeten Bauten ihre konstruktive Ordnung offen. Als rohe Skelette stehen sie bis heute im Gefüge der Stadt – Fragmente einer unabgeschlossenen Urbanisierung, zugleich Ruine und Möglichkeitsraum. In der Suche nach Dichte, Wohnqualität und gemeinschaftsfähiger Architektur sind diese offenen Strukturen als Ressource und räumliches Versprechen weiterzudenken. Die Aktivierung verlangt nicht das bloße Füllen eines gegebenen Rasters, sondern einen poetischen Dialog zwischen vorhandener und hinzugefügter Ordnung, zwischen der Permanenz des Tragwerks und der Freiheit des Ausbaus, zwischen der Schwere des Betons und der Leichtigkeit des Hinzugefügten Raum und Struktur, Rhythmus und Fügung, Material, Masse und Maßstab bestimmen den Dialog zwischen Vorgefundenem und Hinzugefügtem. Der mineralischen Schwere des Bestands sind leichte, biogene und präzise gefügte Konstruktionen einzuschreiben. An den Berührungsstellen zwischen Skelett und Einbau, Innen und Außen, Offenheit und Geborgenheit liegt das Potenzial charaktervolle und vielfältige Räume und Übergänge zu denken, in denen Konstruktion und Atmosphäre zu einer neuen Einheit finden. Gesucht werden zeitgemäße Formen des Zusammenlebens, die unterschiedliche Grade von Privatheit und Gemeinschaft ermöglichen. Über das Gehäuse der einzelnen Wohnung hinaus sind Gemeinschaft, Erschließung und Freiraum als integrale Bestandteile des Wohnens zu denken.
Kein Prüfungstermin veröffentlicht.
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