FB15 Architektur · 3 CP (aus SWS geschätzt) · Angeboten in WiSe 2026/27, SoSe 2026, WiSe 2025/26
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Das Seminar „Digital Stereotomy" untersucht, wie digitale Entwurfs- und Fertigungsmethoden klassische Prinzipien der Stereotomie für die zeitgenössische Praxis erschließen können. Das Seminar befasst sich damit, wie Geometrie, Materiallogik und digitale Fertigungswerkzeuge als integriertes Designkonzept für die Herstellung präziser, aus mineralischem Material geschnittener Bauteile verstanden werden können. Die Stereotomie, die Kunst des Schneidens von Festkörpern, die historisch für bauen mit Naturstein entwickelt wurde, bildet die konzeptionelle Grundlage. Die Studierenden untersuchen historische wie zeitgenössische Referenzprojekte und rekonstruieren deren geometrische Logik in parametrischen Computermodellen. Mit Rhino und Grasshopper entwickeln die Teilnehmer digitale Modelle, in denen Form, Fügungslogik und Fertigungsstrategie untrennbar miteinander verbunden sind. Diese digitalen Modelle werden anschließend über 3D-gedruckte Schablonen und Gussformen materialisiert, mit deren Hilfe die Studierenden reale mineralische Materialien im Maßstab 1:1 bearbeiten und dabei Toleranzen, Werkzeugführung und materielle Eigenheiten in physischen Prototypen testen. Das Seminar baut schrittweise auf: In den ersten Sitzungen werden stereotomische Geometrie, historische Referenzprojekte und die zugrundeliegenden konstruktiven Prinzipien studiert. In den folgenden Phasen liegt der Schwerpunkt auf der digitalen Modellierung, der Entwicklung von Fertigungsschablonen und dem iterativen Prototyping. Durch den Wechsel zwischen digitaler Modellierung und physischer Fertigung erhalten die Studierenden Einblicke, wie digitale Präzision auf die Eigenheiten realen Materials trifft und wie diese Auseinandersetzung das räumliche Design aktiv beeinflussen kann. Im Mittelpunkt des Seminars steht konstruktives Denken durch Geometrie. Die Studierenden werden dazu angeregt, digitale Fertigung nicht nur als Produktionstechnologie zu verstehen, sondern als Medium, das den Bezug zwischen historischem Handwerk und zeitgenössischem architektonischem Denken neu gestaltet. Durch die Auseinandersetzung mit Material, Präzision und Fertigungslogik erkunden die Teilnehmer, wie computergestützte Geometrie und digitale Fertigung neue tektonische Möglichkeiten schaffen können.
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